Hochbegabt, hochsensibel, autonom - 
Was ist das genau?

Hier gibts die grundlegenden Informationen - übersichtlich zusammengefasst und wissenschaftlich fundiert.

Finden Sie ihr Kind darin wieder? Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Hochbegabung

Es gibt zum Thema "Hochbegabung" jede Menge Schablonen in den Köpfen. Eins ist ganz klar: DEN Hochbegabten gibt es nicht. Logisch, es gibt ja auch nicht DEN kognitiv durchschnittlich Begabten oder DEN Lernbehinderten. Menschen mit einer Hochbegabung sind individuell verschieden und enorm facettenreich - genau wie alle anderen auch.

Sie sind manchmal motiviert, interessiert und leistungsstark - und manchmal auch nicht. Manchmal sind sie groß, sportlich und tragen eine Brille - und manchmal auch nicht. Manchmal kommen sie aus bildungsnahen Elternhäusern, benehmen sich vorbildlich und in der Schule läuft alles super - und manchmal auch nicht. 

Was sie alle gemeinsam haben? Einen hohen IQ - die 2,1% der Menschen mit dem höchsten IQ werden als hochbegabt bezeichnet. Sie haben ein enorm effizientes Gehirn, können blitzschnell logische Schlüsse ziehen, haben einen enormen Wortschatz, ein riesengroßes Arbeitsgedächtnis und eine sehr schnelle Verarbeitungsgeschwindigkeit. 

Was sie noch alle gemeinsam haben? Sie bleiben in der Schule häufig unter ihrem Potenzial - es gibt kein adäquates, systematisches, durchgängiges Bildungsangebot, das auf sie zugeschnitten ist. Der gymnasiale Bildungsgang ist auf den oberen Durchschnitt, also auf kognitiv normalbegabte Schüler, ausgelegt. Ein begabtenpädagogischer Förderbedarf ist im Schulsystem nicht vorgesehen.

Eine besondere Förderung sollte in der Schule nicht nur für die intelligentesten 2% stattfinden - die intelligentesten 10 % bräuchten ihren eigenen Bildungsgang. Und hier setzt unsere Fortbildung in den Schulen an.

Besonders Kinder, die sich nicht anpassen, Erwartungen erfüllen und starke Leistungen bringen, werden häufig gar nicht als hochbegabt erkannt. Am ungerechtesten ist es - wie immer- für die Schüler, die es eh schon schwer haben, weil sie sozio-ökonomisch benachteiligt sind oder ihnen aufgrund negativer Zuschreibung wegen ethnischer Merkmale oder kulturellem Hintergrund weniger zugetraut wird. Begabtenförderung und die gezielte Suche nach kognitiv begabten Kindern kommt systemisch benachteiligten Kindern am meisten zu gute. 

Begabtenförderung ist nicht Elitenförderung, sondern ein wichiger Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit.

Ein großer Vordenker in Deutschland war William Stern. Hier können Sie einen Artikel zu seiner Arbeit für Bildungsgerechtigkeit in der faz lesen. Er emmigrierte 1933 in die USA. In Deutschland wurden seine Erfolge und Ideen demontiert. Das wirkt bis heute nach.

Hochsensibilität

DEN Hochsensiblen gibt es auch nicht - Menschen passen eben selten in feste Schablonen.

Hochsensible Menschen haben gemeinsam, dass sie sehr viele Reize sehr intensiv wahrnehmen. Eine Vermutung ist, dass in ihrem Gehirn mehr Reize als "wichtig" eingestuft und ans Bewusstsein weitergeleitet werden. Welche Reize (visuell, haptisch, ...), wie viele und wie stark sie wahrgenommen werden variiert. Sie sind sehr phantasievoll, kreativ und emphatisch. 

Das hat Vor- und Nachteile. Hochsensible Menschen entwickeln häufig kreative, innovative Ideen - sie sehen das Ergebnis schon regelrecht vor sich! Sie nehmen die feinen Schwingungen wahr und bemerken oft schnell, wenn etwas nicht stimmt. Gleichzeitig sind sie mit ihrer Reizempfindlichkeit in vielen Situationen regelrecht überlastet - es wird dann alles zu viel. Hier ist ein guter, achtsamer Umgang mit sich selbst besonders wichtig.

Du bist nicht zu sensibel, zu empfindlich und du stellst dich auch nicht an - du bist, wie du bist. Menschen sind unterschiedlich und das darf so sein.

Autonomes Kind

Autonome Kinder stellen ihre Umgebung häufig vor besondere HerausForderungen - und sind selbst auch häufig herausgefordert.

Sie sind extrem feinfühlig, extrem neugierig, extrem von Reizen überfordert, extrem freiheitsliebend, extrem mutig und extrem ängstlich, extrem begeisterungsfähig und extrem schnell am Boden zerstört - und damit werden sie von ihren starken Gefühlen oft vollkommen überrollt. 

Das passiert allen anderen Kindern auch - nur nicht so heftig und so häufig. Für die Eltern fühlt es sich oft wie eine nicht enden wollende Trotzphase an. 

Die gute Nachricht für alle Eltern, die sich ständig fragen, warum ihr Kind nur so anders ist und ob sie etwas falsch gemacht haben - habt ihr nicht.  

Die gute Nachricht für alle Lehrer, die sich fragen, ob sie etwas falsch machen, weil bei einem Kind nichts zu funktionieren scheint, was doch immer so gut geklappt hat - habt ihr nicht. 

Die Ausprägung ist angeboren - man kann sie nicht aberziehen und die "normalen" pädagogischen Mittel funktionieren häufig nicht.

Und noch mehr gute Nachrichten: Die Kinder können lernen ihre Emotionen in Worte zu fassen und sich zu regulieren. Die Eltern können lernen damit umzugehen, dass ihr Kind ein bisschen anders ist und anders reagiert als andere. Die Lehrer können den Kindern gezielt Unterstützung anbieten - anders als bei anderen aber genauso erfolgreich.

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